Durchrostung bezeichnet den Zustand, bei dem Bauteile eines Fahrzeugs – meist Karosserieteile oder das Fahrgestell – durch Korrosion so stark beschädigt sind, dass sich Löcher bilden oder das Material vollständig durchdrungen wird. Im Zusammenhang mit Kraftfahrzeugen ist der Begriff „Durchrostung“ ein entscheidendes Kriterium bei der Bewertung der Fahrzeugsicherheit, der Werterhaltung und bei Garantiefragen.
Entstehung von Durchrostung am Fahrzeug
Durchrostung entsteht, wenn Metallteile des Autos über längere Zeit ungeschützt Feuchtigkeit, Salz oder anderen korrosiven Einflüssen ausgesetzt sind. Die gängigsten Ursachen sind:
- Unzureichender oder beschädigter Lack- und Rostschutz
- Beschädigungen durch Steinschlag oder Unfälle
- Lange Standzeiten in feuchter Umgebung
- Mangelnde Pflege und fehlende Unterbodenversiegelung
Im Verlauf schreitet der Rost nicht nur oberflächlich, sondern in die Tiefe des Materials vor, bis das Metall durchdrungen ist und sogenannte Rostlöcher entstehen.
Erkennung und Folgen von Durchrostung
Die Durchrostung ist an charakteristischen Rostlöchern, brüchigem Material und oft an bräunlich-roten Ablagerungen zu erkennen. Erste Anzeichen können Blasen im Lack, Verfärbungen oder abblätternder Lack sein. Bleibt die Durchrostung unbehandelt, kann sie zu erheblichen Sicherheitsrisiken führen. Tragende Bauteile verlieren an Stabilität, was die Unfallgefahr erhöht und zum Verlust der Betriebserlaubnis führen kann.
Im Rahmen der Hauptuntersuchung (TÜV) wird eine Durchrostung, insbesondere an tragenden Teilen, als erheblicher Mangel gewertet. Fahrzeuge mit gravierenden Korrosionsschäden müssen zur Nachbesserung und können unter Umständen stillgelegt werden.
Relevanz bei Gutachten und Versicherung
Bei der Erstellung von KFZ-Gutachten spielt der Zustand in Bezug auf Durchrostung eine zentrale Rolle. Der Wert eines Fahrzeugs kann durch Korrosionsschäden deutlich gemindert werden. Auch bei Unfallgutachten oder beim Verkauf eines Fahrzeugs fließt das Ausmaß vorhandener Durchrostung in die Bewertung ein.
Hersteller gewähren häufig spezielle Durchrostungsgarantien, die sich auf das vollständige Durchrosten von innen nach außen beziehen. Oberflächlicher Rostbefall ist meist ausgeschlossen. Versicherungen behandeln Rostschäden je nach Police unterschiedlich; in vielen Fällen gelten sie allerdings nicht als klassische Unfallschäden und sind von der Regulierung ausgeschlossen.
Vorbeugung und Instandsetzung von Durchrostung
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, einer Durchrostung vorzubeugen:
- Regelmäßige Fahrzeugpflege und Kontrolle auf Roststellen
- Reparatur und Versiegelung kleiner Lackschäden
- Professionelle Unterboden- und Hohlraumversiegelung
- Fachgerechte Reparatur bei ersten Anzeichen von Rost
Sind Roststellen noch nicht durchdringend, ist oftmals die Entfernung von Oberflächenrost und eine Nachbehandlung ausreichend. Bei fortgeschrittener Durchrostung müssen in der Regel betroffene Blechteile ersetzt oder eingeschweißt werden, um die Sicherheit und den Substanzwert des Fahrzeugs zu erhalten.
Viele Fahrzeughersteller bieten eine mehrjährige Durchrostungsgarantie. Diese gilt allerdings nur, wenn regelmäßige Wartungen und Inspektionen nach Herstellervorgabe nachweislich durchgeführt wurden. Prüfen Sie deshalb regelmäßig Ihr Serviceheft und lassen Sie rechtzeitig kleine Roststellen professionell beseitigen, um Garantieansprüche nicht zu verlieren.